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Entstehung von Wunden
Es gibt offene und geschlossene mechanische Wunden sowie thermische, chemische und durch Strahlung verursachte Wunden.
Wundbehandlung

Entstehung von Wunden

Eine Wunde ist definiert als Verletzung oder Läsion, die durch Beschädigungen oder Durchtrennungen an der Haut- und Schleimhautoberfläche entsteht. Wunden kann man jeweils anhand ihrer Ursache unterscheiden. Folgende Wunden sind möglich:

  • Traumatische Wunden: Zur Entstehung traumatischer Wunden kommt es durch eine Gewalteinwirkung oder eine Beeinträchtigung von außen, z. B. einen Unfall, einen Messerstich, eine Schussverletzung.
  • Iatrogene Wunden: Die iatrogenen Wunden sind ärztlich verursacht, aber aus therapeutischen oder anderen medizinischen Gründen notwendig. Beispiele sind Einschnitte in die Haut, Punktionen, Laserverletzungen, Amputationen.
  • Chronische Wunden: Wenn eine Wunde angemessen behandelt wird, aber trotzdem nach mehreren Wochen nicht abheilt, sprechen Mediziner von einer chronischen Wunde.

Traumatische Wunden

Zu den traumatischen Wunden gehören folgende Wundarten:

  • Offene mechanische Wunden
  • Geschlossene mechanische Wunden
  • Thermische Wunden
  • Chemische Wunden
  • Strahlungsbedingte Wunden

Mechanische Wunden

Mechanische Wunden werden ausgelöst durch eine Gewalteinwirkung von außen. Zu den mechanischen Wunden gehören z. B.:

  • Schürfungen
  • Blasen
  • Schnittwunden
  • Hiebwunden
  • Stichwunden
  • Pfählungsverletzungen
  • Risswunden
  • Kratzwunden
  • Prellungen und Quetschungen
  • Platzwunden
  • Bisswunden
  • Insektenstiche
  • Schusswunden
  • Ablederungen

Wenn eine mechanische Wunde nur oberflächlich ist, ist meist nur die Epidermis betroffenen, also die obere Hautschicht. Eine beschädigte Epidermis kann sich vollständig regenerieren, ohne Bildung von Ersatzgewebe (Narben). Man spricht hier von regenerativer Heilung. Eine mechanische Wunde kann offen oder geschlossen sein. Wenn sie offen ist, ist die oberste Hautschicht zerstört. Bei einer geschlossenen mechanischen Wunde kommt es zu Durchtrennungen im inneren Gewebe und inneren Organen, wobei die darüber liegende Haut unbeschädigt bleibt. Ein Beispiel ist das Hämatom (Bluterguss). Auch Prellungen zählen dazu.

Entstehung thermischer Wunden

Eine thermische Wunde wird ebenfalls von außen ausgelöst, und zwar durch die Einwirkung von Kälte oder Hitze. Dann kommt es zur Entstehung von Verbrennungen, Verbrühungen oder Erfrierungen auf der Haut. Es ist dabei wichtig, wie groß die Wunde ist, und wie lang und wie intensiv die Hitze bzw. Kälte auf die Haut eingewirkt hat. Dies bestimmt die Prognose des Heilungsverlaufs.

Auch Hautverletzungen durch elektrischen Strom werden zu den thermischen Wunden gezählt. Diese können außer den Hautbeschädigungen auch Störungen der Funktion des Herzens oder der Muskulatur auslösen. Zur Entstehung von Verbrennungen kommt es ab etwa 56° Celsius. Dann setzt eine Schädigung des Gewebes ein durch die Veränderung bzw. Denaturierung von Eiweißstoffen. Bei Kälte wiederum wird die Durchblutung verringert, außerdem entstehen Nekrosen/Erfrierungen des Gewebes. Die Prognose hängt entscheidend von der Tiefe und der Ausdehnung der Erfrierung ab.

Chemische Wunden

Zur Entstehung chemischer Wunden kommt es durch den Kontakt mit einer chemischen Substanz, also z. B. Säuren oder Laugen. Diese zerstören Eiweiße und lösen Verätzungen der Haut aus, die mehr oder weniger stark ausfallen können. Das Ausmaß der Verätzung ist bedingt durch die Konzentration des Stoffes und die Dauer der Einwirkung. Bei Verätzungen durch Säuren spricht man von einer Koagulationsnekrose. Dabei werden Eiweißstoffe denaturiert, also nachteilig verändert, und der entsprechende Gewebeteil stirbt ab. Es bildet sich ein trockener, fester Schorf. Laugen wiederum können eine Kolliquationsnekrose auslösen. Laugen verflüssigen das Gewebe und der anschließend gebildete Schorf ist weich und weiß.

Verätzungen werden in der Regel wie Verbrennungen therapiert. Auch eine Neutralisation des auslösenden Stoffes sollte erfolgen (wenn dieser bekannt ist). Wenn man ihn nicht kennt, wird die betroffene Stelle mit viel Wasser gespült, damit der Stoff nicht noch tiefer eindringt. Man unterscheidet bei Verbrennungen und Verätzungen drei verschiedene Schwergrade.

Entstehung strahlungsbedingter Wunden

Wenn ionisierende Strahlung auf die Haut trifft, also z. B. Röntgenstrahlen, ?-, ?- oder ?-Strahlen, dann wird die chemische Zusammensetzung der Zellen verändert. Das Gewebe wird zerstört. Es gibt dabei vier Schweregrade. Die Schäden können durch einmalige, aber auch durch wiederholte Strahleneinwirkung entstehen. Für die Ausprägung und den Verlauf sind auch Faktoren auf Patientenseite entscheidend, beispielsweise der Hauttyp, frühere Schäden an der Haut und die Einnahme bestimmter Medikamente. Verletzungen durch Strahlen werden in der Regel wie Verbrennungen therapiert.

Fedor Singer