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Formen der Wundheilung
Wenn eine Wunde komplikationslos verheilt, spricht man von primärer Wundheilung. Treten aber z. B. Infektionen auf, spricht man von sekundärer Wundheilung.
Wundbehandlung

Formen der Wundheilung

Die Wundheilung läuft immer nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten ab. Daher lassen sich vier Formen der Wundheilung klassifizieren, die jeweils von Art und Schwere der Verletzung abhängen.

Formen der Wundheilung: Primäre Wundheilung

Wenn eine Wunde primär abheilt, werden die Ränder der Wunde durch relativ wenig Bindegewebe miteinander verbunden und die Wunde so verschlossen. Übrig bleibt meist eine dünne Narbe in Form eines Strichs, die oft kaum zu sehen ist. Die primäre Wundheilung tritt in der Regel dann ein, wenn …

  • die Wundränder glatt sind und nicht weit auseinander liegen
  • wenig Gewebe verloren gegangen ist
  • die Wunde sauber ist und keine Fremdkörper, Keime oder Nekrosen enthält
  • das Areal der Wunde gut durchblutet ist

Eine primäre Wundheilung ist in den meisten Fällen bei Wunden nach operativen Eingriffen zu erwarten, aber auch bei Wunden, die von nicht verschmutzten Gegenständen mit scharfen Kanten verursacht wurden. Wenn Wunden aber nekrotisch sind oder starke Fetzen aufweisen, kann unter Umständen erst eine Operation die Möglichkeit für eine primäre Wundheilung eröffnen. Manchmal reicht auch ein sogenanntes Anfrischen der Wundränder, welches mittels Débridement durchgeführt werden kann.

Verzögerte Primärheilung

Wenn die Ärzte vermuten, dass eine Wunde kontaminiert, also verunreinigt ist, kann sie nicht sofort verschlossen werden. Es werden in diesem Fall zwar Nähte angelegt, aber noch nicht verknotet. Erst wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt, werden die Wundränder nach zwei bis drei Tagen adaptiert. Dann setzt in der Regel die primäre Wundheilung ein. Wenn hingegen eine Infektion auftritt, müssen die Nähte entnommen werden und eine sekundäre Wundheilung erfolgt.

Formen der Wundheilung: Sekundäre Wundheilung

  • Die sekundäre Wundheilung tritt meist unter folgenden Bedingungen auf:
  • Es sind große Verluste von Gewebe durch die Verletzung entstanden
  • Die Wunde ist stark verschmutzt/enthält Fremdkörper
  • Es handelt sich um eine Verbrennung, eine Bisswunde oder eine tiefe Schnittwunde
  • Die Wunde eitert stark
  • Die Wunde ist beeinträchtigt, z. B. durch Ulcus cruris (ein Unterschenkelgeschwür)
  • Die Wunde ist infiziert

In diesen Fällen kann die Wunde nicht vernäht werden, sondern soll von innen heraus heilen. Dazu wird sogenanntes Granulationsgewebe gebildet, welches sich später zu Narbengewebe umwandelt. Das Ergebnis ist meist kosmetisch unschön, auch können z. B. im Bereich von Gelenken die Bewegungsfunktionen beeinträchtig sein. Dieser Prozess der Wundheilung nimmt einige Zeit in Anspruch, wodurch das Risiko für Infektionen bei der sekundären Wundheilung deutlich erhöht ist. Daher ist eine gute Wundversorgung sehr wichtig.

Regenerative Wundheilung

Wenn die Wunde nur oberflächlich ist, also nur die oberste Hautschicht (Epidermis) und wenige Teile der Lederhaut beschädigt sind, kann sich die Epidermis in der Regel vollständig regenerieren, ohne dass es zur Narbenbildung kommt. Eine regenerative Wundheilung vollzieht sich z. B. häufig bei Schürfwunden.

Fedor Singer