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Wundheilungsstörungen
Wenn der Prozess der Wundheilung verzögert und das Risiko für Infektionen erhöht ist, liegt eine Wundheilungsstörung vor.
Wundbehandlung

Wundheilungsstörungen

Nicht alle Wunden verheilen schnell und planmäßig. Wenn eine Wunde nicht richtig verheilt, spricht man von einer Wundheilungsstörung. Diese kann z. B. auf Infektionen zurückzuführen sein, auf bestimmte Grunderkrankungen oder auch auf Tabakkonsum. Besonders ältere Patienten neigen häufiger zu Wundheilungsstörungen.

Normalerweise bemüht sich der Körper, eine Beschädigung des Gewebes schnellstmöglich durch gesundes, neues Gewebe zu ersetzen. Wenn es zu Störungen oder Verzögerungen in diesen Prozessen kommt, belastet dies den Körper sehr, denn es besteht das ständige Risiko einer Infektion bzw. Entzündung, wenn die Wunde offen bleibt. Gelingt es nicht, dies therapeutisch in den Griff zu kriegen, können, besonders nach größeren Operationen lebensbedrohliche Situationen entstehen.

Welche Ursachen kommen für Wundheilungsstörungen infrage?

Es gibt verschiedene Gründe, die zur Entstehung einer Wundheilungsstörung führen können. Zunehmendes Alter, ein geschwächtes Immunsystem oder eine schlechte oder ausbleibende Wundversorgung kommen z. B. infrage. Auch werden manchmal Wunden bei Operationen nicht fachgemäß verschlossen oder die Fäden zu früh entfernt. Folgende patientenspezifische Faktoren können unter anderem die Ursache für Wundheilungsstörungen sein:

  • Diabetes mellitus
  • Tuberkulose
  • HIV-Infektion
  • Drogenmissbrauch
  • bestimmte Medikamente
  • Erkrankungen der Venen und Gefäße

Auch ein Mangel an Eiweiß oder Vitaminen und starke Adipositas können die Wundheilung nachteilig beeinflussen. Es gibt aber auch andere Gründe für Wundheilungsstörungen. Wenn z. B. nach einer Operation die Naht zu stark angespannt wird, kann die Wunde wieder aufgehen. Eine nicht ausreichende Durchblutung kann ein Absterben der Ränder der Wunde auslösen. Seltener kommt es vor, dass Substanzen in den Wundauflagen nicht vertragen werden.

Wie stellen Ärzte eine Wundheilungsstörung fest?

In der Regel genügt eine optische Untersuchung der Wunde, um festzustellen, wie lange die Verletzung schon zurückliegt und wie weit die Wunde schon verheilt sein müsste. Also wird der tatsächliche Verlauf der Wunde mit dem verglichen, was bei einer normal verlaufenden Wundheilung zu erwarten wäre. Außerdem kontrolliert der Arzt in der Regel Motorik, Sensibilität und Durchblutung des Bereichs um die Wunde herum. Auch Schmerzen oder Fieber können ein Hinweis auf eine Wundheilungsstörung sein.

Bei schweren Fällen von Wundheilungsstörungen können weiterführende diagnostische Methoden infrage kommen. Eine Blutuntersuchung ermöglicht z. B. die Bestimmung der Blutkörperchen und Blutplättchen. Bei tief liegenden Wunden sowie dem Verdacht auf Infektionen oder Knochenbrüche können darüber hinaus eine Untersuchung mittels Ultraschall, eine Magnetresonanztomografie oder eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden. Besteht der Verdacht auf eine Infektion wird außerdem in der Regel ein Wundabstrich entnommen.

Wenn eine Wundheilungsstörung feststeht, werden die Ursachen ausfindig gemacht, also mögliche Grunderkrankungen, Begleitumstände oder der Lebensstil. Wenn die Wunde trotz des mangelhaften Heilungsprozesses nicht versorgt wird, können schwere Entzündungen die Folge sein, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich verlaufen können.

Unterschied zwischen septischen und aseptischen Wundheilungsstörungen

Normalerweise funktioniert der Abwehrmechanismus der Haut gegen Eindringlinge sehr gut. Eine offene Wunde macht es Keimen und Krankheitserregern hingegen sehr einfach, den Körper zu befallen. Wenn eine Wundheilungsstörung mit Keimbefall einhergeht, spricht man von einer septischen, also infizierten Wundheilungsstörung. Die Keime können dann Eiter und Fäulnis verursachen. Ist dies nicht der Fall, sprechen Ärzte von einer aseptischen, also keimfreien Wundheilungsstörung.

Für die Therapie von Wundheilungsstörungen empfiehlt sich die Behandlung in einem spezifischen Wundzentrum.

Fedor Singer